10. Internationaler Bodenseekongress

Veröffentlicht am 10.02.2016

Wir stellen Ihnen an dieser Stelle in loser Folge interessante Themen oder evidente Studien aus der Mikronährstoffmedizin vor: Es folgt der 2. Teil der Berichterstattung über den 10. Internationalen Bodenseekongress, der am 12.9.2015 in Ermatingen stattfand. Es ging um orthomolekulare Detoxifikation, Zellstress durch elektromagnetische Felder, Mitochondriale Medizin (Vortrag Dr. Enzmann), Redoxregulation mit L-Arginin, HSOmega 3-Index, Darmsanierung und Spitzenleistungen in Wirtschaft und Sport. Aus dieser Vielfalt nun einige Stichpunkte:

Individualisierte Darmtherapie (Dr. Abels)

Dr. Abels stellte Diagnostik und Therapie vor. Ziele einer individualisierten Darmtherapie sind die Wiederherstellung des Mikrobioms, die Reduktion des pathologischen Biofilms und der Abbau virulenter Merkmale. Vorangehen sollte eine genaue Analytik der Darmflora inkl. Pilzen und Stoffwechselmarkern (sIgA, Calprotectin, etc.). Strategie in der Therapie ist die Entgiftung, Herstellung des Mikrobioms und einer Symbiose. Hierzu wurde eine ausführliche Darmanalytik und eine vЪllig neue, an den Bedürfnissen des Patienten orientierte Therapie vorgestellt. Die entsprechende MikronКhrstoffsubstitution mit etwa 80 Wirkstoffen (als Granulat) kommt wie die Laboranalytik aus dem Hause Hepart und wird noch in diesem Jahr verfügbar sein.

Spitzenleistung in Wirtschaft und Sport (Prof.Wienecke)

Parallelen zwischen Sport und Management zeigte Prof. Wienecke (Ex-Fussballbundesligatrainer) auf. Durch wesentlich höheren Bericht über den 10. Internationalen Bodenseekongress fürModerne OrthomolekulareMedizin Verbrauch an Mikronährstoffen und ungenügender Regeneration kommt es häufig zum Mangel an Strukturproteinen wie Methionin, Prolin, Lysin oder Arginin. Über sein Institut der Saluto GmbH hat er über 50.000 Sportler und Manager untersucht, Parameter aus dem Zitronensäurezyklus, einige Aminosäuren (Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) und Mikronährstoffe bestimmt. Die Mängel, die im übrigen in allen Bereichen vorhanden waren, wurden individualisiert ausgeglichen. Bereits nach 3 Monaten konnten diese ausgeglichen werden mit entsprechender Verbesserung der Leistungsfähigkeit. Eingebettet ist natürlich ein entsprechendes Ernährungskonzept. Der gegenwärtige CO2-Anstieg führt zu einem Absinken der Nährstoffe, insbesondere der Spurenelemente. Tipp zur Verbesserung der mentalen Leistungsfähigkeit: L-Tryptophan bis zu 7 mg/kg KG, bei chron. Entzündungen ist das 5-HTP besser geeignet.

Neue Einblicke in die Redoxregulation mit L-Arginin (Dr. Poeggeler)

Sehr eindrucksvoll und einprägsam wurde der L-Arginin – NO (Stickstoffmonoxid)-Stoffwechsel aufgezeigt. NO schützt die GefКІe, normalisiert den Blutdruck und stimuliert die Mitochondrien. ADMA (asymmetrisches Dimethylarginin) ist der endogene Antagonist, reduziert also NO und induziert Nitrostress. Mit steigendem Alter steigt auch ADMA, weshalb Arginin substituiert werden sollte (einschleichend von 0,6 bis 2,4 g). Da auch eine HyperhomocysteinКmie ADMA ansteigen lässt, empfiehlt sich eine Kombination mit B6, B12 und Folsäure. Labor-Tipp: L-Arginin, ADMA, Homocystein und Peroxynitrit. Das Arginin/ADMA-Verhältnis soll mind. 50 betragen.

Der HS-Omega 3-Index (Prof. v. Schacky)

Alle Vorträge waren auf einem sehr hohem Niveau, aber dieser Vortrag hat mich persönlich am meisten beeindruckt, weil das Thema Fette bzw. „gesunde Fette“ völlig neu zu überdenken sein wird. Die Bedeutung der N-3-Fettsäuren für das Herz-Kreislauf-System, Depression, Hirnentwicklung, Zellschutz etc. ist unbestritten. Aber unsere N-3-Quellen versiegen, wenn man bedenkt, dass in den Fischen wie Lachs immer weniger N3 enthalten ist, Hirn kaum noch erzehrtwird, auch in den Eiernweniger N3 vorhanden ist und aus den Pflanzen (LeinЪl, Rapsöl) keine oder so gut wie keine Konversion erfolgen kann. Die bislang als gesundheitsgefКhrdend geltenden Transfette stellen eher kein Problem dar, da die Konzentration (gemessen in den Erythrozyten) unter 1,04 % liegt. Erst ab 1,5 % ist Vorsicht geboten. Ausnahme: Еlsäure, die ist ausgerechnet besonders im Olivenöl vorhanden. Auch hier wieder das Fazit: Messen –Machen – Messen! Es gibt keine einheitliche Dosisempfehlung (0,25 – 4 g), daher in einem guten Labormessen und dementsprechend dosieren.

Als Frauenarzt möchte ich besonders auf die Bedeutung der Ω3 hinweisen. Hier drängt nur die Zeit, da für den Feten 3 – 6 Monate doch sehr lang sind, um einen Mangel auszugleichen. Deshalb messen und hoch dosieren! Hoffe, ich konnte ein wenig Einblick geben in diese wirklich tolle Veranstaltung zur modernen orthomolekularen Medizin. Der nächste Internationale Bodenseekongress ist für den 10.9.2016 geplant.