Auch die Schulmedizin macht Fehler

Veröffentlicht am 10.02.2016

Wir stellen Ihnen an dieser Stelle in loser Folge interessante Themen oder evidente Studien aus der Mikronährstoffmedizin vor. Heute möchte ich kurz einige Worte zu den Themen Kritik an Naturheilkundlern und Fehlverhalten in der Medizin sagen. Wir Naturheilkundler lesen ja häufig, dass unsereMethoden imGegensatz zu denen der sog. „universitären Medizin“ nicht effektiv sind und nicht den strengen Kriterien der Evidenz entsprechen oder dass wir nicht sorgfältig genug arbeiten. Dem könnten wir sicher mit guten Argumenten widersprechen, die aber „konservativen“ Medizinern oft nur ein Schmunzeln entlocken. Es schneitmir daher meist besser, wenn man diese Kritiker mit ihren eigenenWaffen schlКgt, indem man z. B. einige der vielen in renommierten Journals veröffentlichten objektiven Untersuchungen zitiert, die der universitären Medizin Fehler und nachweisen. Hier sind für diese Fälle einige kleine Beispiele:

Herzpatienten überbehandelt?

Vor kurzen wurde eine recht interessante Studie veröffentlicht mit dem Tenor, dass weniger Herzpatienten sterben, wenn Kardiologen auf Dienstreise sind. Danach überleben 30 Tage nach Einlieferung mehr Hochrisikopatienten, wenn die Herzspezialisten bei Herzkongressen sind, möglicherweise weil diese riskantere Prozeduren anwenden als andere Аrzte (so sank z. B. die Zahl der Angioplastien) und weil der Schaden durch intensivmedizinische Betreuung in einigen Fällen höher ausfällt als der Nutzen.

Quelle: Jena AB et al.; Mortality and Treatment. Patterns Among Patients Hospitalized With Acute Cardiovascular Conditions During Dates of National Cardiology Meetings; JAMA 2014; doi:10.1001/jamainternmed.2014.6781

Tabakindustrie wollte offenbar manipulieren

Die Tabakindustrie wusste z. B. über die Gefahren des Passivrauchens aus eigenen Untersuchungen Bescheid. Sie wollte Forschungen fördern, die ungünstige Ergebnisse in Frage stellen und günstige Studienergebnisse fördern sollte – und dazu deutsche Wissenschaftler nutzen. In Deutschland waren es z. B. Richter E an der Toxikologie der LMU München, Marquardt H an der Toxikologie der Uni Hamburg, Scherer G aus München und Foth H an der Uni Halle-Wittenberg.

Quellen: SZ 23.12.2010 bzw. Prävention – Zeitschrift für Gesundheitsförderung 2010; 33; 106 (unter www.legacy.library.ucsf.edu werden die internen Dokumente der Tabakindustrie veröffentlicht)

Nebenwirkungen verschwiegen

Viele Studien zur Brustkrebstherapie stellen die Versuchsergebnisse zu positiv dar, betonen Vorzüge, die nicht Bestandteil des ursprünglichen Studiendesigns waren und verstecken schwere Nebenwirkungen. In jeder 3. Studie brachte die getestete Therapie gemäß den vorher festgelegten Endpunkten keinen Vorteil gegenüber der Kontrollgruppe. Dennoch wurden die Therapien als vorteilhaft dargestellt. Mehr als zwei Drittel der Studien berichteten nur unzureichend über schwere Nebenwirkungen.

Quelle: Vera-Badillo F et al.; Bias in reporting of end points of efficacy and toxicity in randomized, clinical trials for women with breast Cancer; Annals of Oncology 2013; 24: 1238–1244

Kalziumantagonisten erhöhen Brustkrebsrisiko

Bei Frauen die über 10 Jahre Kalziumantagonisten eingenommen haben, ist das Risiko für duktale (OR 2,4) und lobulКre (OR 2,6) Mammakarzinome erhЪht, unabhКngig vom Estrogenrezeptorstatus. Ursache könnte die Hemmung der Apoptose infolge erhЪhter intrazellulärer Kalziumspiegel sein.

Quelle: Li CL et al.; Use of antihyertensivemedication and breast cancer risk among women aged 55 to 74 Years. JAMA InternMed 2013; 173; 1629-1637 Coogan PF; Calciumchannel blockers and breast cancer: A hypothesis revived; JAMA InternMe 2013; 173; 1637–8