Depression und Mikrobiom

Veröffentlicht am 10.02.2016

Ganz aktuell im April 2015 erschien eine Studie aus dem Leiden Institut in den Niederlanden zur Wirkung von Probiotika auf das Entstehen depressiver Gedanken. Es handelt sich um eine kleine, placebokontrollierte Studie mit nur 40 gesunden Teilnehmern, die für 4 Wochen Probiotika erhielten ( Bifidobacterium bifidum, B. lactis, Lactobacillus acidophilus, L. brevis, L. casei, L. salivarius und L. lactis).

Die Teilnehmer hatten einen standardisierten Fragebogen auszufüllen (LEIDS-r), der die Parameter Depression, Aggression, Hoffnungslosigkeit, aber auch Akzeptanz- und Kontrollmechanismen erfasste. Nach der 4-wöchigen Einnahme der genannten Probiotika reduzierten sich depressive und auch aggressive Gedanken. In dieser Studie wurde erstmalig gezeigt, dass Probiotika kognitive Mechanismen beeinflussen, die zu Depression führen können.

Höhere Serotoninblutspiegel durch eine gesunde Darmflora werden zur Begründung angegeben. Diskutiert wird ebenfalls ein Zusammenhang von Depression und gesteigerter Permeabilität der Darmwand, die durch Probiotika wieder gesenkt werden kann.

Tierversuche zeigten, dass die Signale vom Darm zum Gehirn über den N. vagus geleitet werden. Dieser erreicht über den Locus coeruleus und den Raphekernen den anterioren cingul. Cortex und den praefrontalen Cortex. Stimulation des N. vagus wurde als erfolgreiche Methode beschrieben in der Behandlung von Depression.

Weitere Studien zum Einsatz in Hochrisikogruppen sowie klinische Studien wurden gefordert.

Steenbergen L., et al. A randomized controlled trial to test the effect of multispecies probioticson cognitive reactivity to sad mood. Brain Behav.Immun. (2015), http://dx.doi.org/10.1016/j.bbi.2015.04.003